Mittelschule Marktoberdorf
/

 

 

Ungarnaustausch der 7. Klassen

Schuljahr 2016/2017


 

Ungarnaustausch 2017 – die europäische Idee mit Leben erfüllt

Nach einem Jahr Pause fand in diesem Schuljahr wieder der Austausch mit unserer Partnerschule „Piros Iskola“ in Budapest statt. Durch das große Engagement und die Überzeugungsarbeit der Kolleginnen und Kollegen auf beiden Seiten konnten genügend Schülerinnen und Schüler für den Austausch zusammengebracht werden.

Das seit 1990 bestehende Austauschprogramm kann als voller Erfolg angesehen werden, da die ungarischen Teilnehmer ihre sprachlichen und landeskundlichen Kenntnisse während ihres einwöchigen Aufenthalts in Marktoberdorf erweitern konnten. Beide Fächer gehören an der ungarischen Schule zum Fächerkanon. Für die deutschen Schülerinnen und Schüler lag der Fokus auf der Förderung ihrer interkulturellen Kompetenzen. Die ungarische Sprache blieb für uns ein Buch mit sieben Siegeln. Auch für die ungarischen Lehrkräfte stellt dieses Austauschprogramm eine sehr gute Möglichkeit dar, ihre Deutschkenntnisse zu erproben und zu vertiefen. Für uns deutsche Lehrkräfte war der ständige Austausch und die Diskussion mit unseren ungarischen Partnern sehr bereichernd. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in der Europäischen Union erscheint es wichtiger denn je, den europäischen Einigungsgedanken mit Austauschprogrammen zu fördern und zu stärken.

Dank der finanziellen Unterstützung des Pädagogischen Austauschdienstes sowie des Bayerischen Jugendrings war es uns unter dem Motto „Die Vielfalt der Regionen kennen lernen“ auch in diesem Jahr wieder möglich, unseren Gästen ein abwechslungsreiches Programm im Ostallgäu und den angrenzenden Regionen zu bieten.

29.04. – 05.05.17:           Die Ungarn in Deutschland

Nach der Ankunft am Abend des 29.04. verbrachten die Austauschschüler den Sonntag in ihren Gastfamilien. Am Maifeiertag ging es Richtung Bodensee. Ein Höhepunkt des ersten Ausflugs war trotz Kälte und Regenwetter die Besichtigung der steinzeitlichen Pfahlbauten in Unteruhldingen. In den folgenden Tagen fanden gemeinsame Aktionen wie z.B. Kochen, Unterrichtsbesuche und ein Fußballspiel Deutschland – Ungarn statt, das nach einem sehr ausgeglichenen Spielverlauf 2:2 endete. Am Dienstag wurden die ungarischen Schüler und Lehrkräfte an der Mittelschule sowie bei Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell mit einem kleinen Programm freundlich empfangen. Dabei gefielen unsere ungarischen Gäste mit dichterischen und musikalischen Darbietungen. Am Tag darauf stand der zweite Ausflug auf dem Programm. Auf der mittelalterlichen Burg Ehrenberg oberhalb von Reutte in Tirol konnten sich die Schülerinnen und Schüler in die Ritterzeit hineinversetzen und nach einer sehr interessanten und didaktisch hervorragend aufbereiteten Museumsführung bedeutete die „Highline 179“, eine der längsten Hängebrücken Europas, eine echte Herausforderung. In der ehemaligen Römersiedlung „Cambodunum“ einmal als Legionär gekleidet zu sein und über die römische Besiedlung, die bis Budapest reichte, etwas zu erfahren, war ein weiterer Höhepunkt des Austausches. Am letzten Tag konnten sich die Schülerinnen und Schüler bei der Ausbildungsmesse in Marktoberdorf noch über verschiedene Ausbildungsberufe und das duale Ausbildungssystem informieren. Beschlossen wurde der letzte Tag schließlich mit gemeinsamem Kochen und Essen sowie einer kleinen Abschlussfeier.

06.05. – 13.05.17:                  Die Deutschen in Ungarn

Am Samstag um 7.00 Uhr begann für uns die ca. 11-stündige Busreise zum Gegenbesuch in Ungarn. Viele unserer Schüler waren auf die Millionenstadt Budapest, die die Besucher mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten in ihren Bann zieht, schon sehr gespannt. Sie hatten mit ihren Partnerschülern schon Freundschaft geschlossen und freuten sich auf ihre Gastfamilien. Dort wurden alle deutschen Schüler überaus herzlich aufgenommen. Im Vordergrund des Programms standen gemeinsame Aktivitäten und auch ein Empfang beim Bürgermeister des XVIII. Bezirks von Budapest. Höhepunkte der Woche waren der Besuch des Abenteuerparks auf dem Janos-Berg, wo die Schüler ihre Kletterkünste unter Beweis stellen konnten. Außerdem wurde von allen ein hohes Maß an sprachlicher und sozialer Kooperation verlangt. Den Janos-Berg erreicht man nach einer Fahrt durch eine schöne Waldlandschaft mit einer nostalgischen Kindereisenbahn. Auch die U-Bahn-Rallye durch die Innenstadt stellte eine gemeinsame Herausforderung dar. Ein unvergessliches Erlebnis war für die meisten sicher die sich daran anschließende Stadtbesichtigung mit einer kurzen Schifffahrt auf der Donau. Im Wissenschaftszentrum sowie im Tropicarium wurden gemeinsam Aufgaben gelöst und am Nachmittag hatten wir sogar die Gelegenheit, bei einer spektakulären Schlangen- und Haifischfütterung live dabei zu sein. Am letzten Tag wurden in der Partnerschule in verschiedenen Gruppen ungarische Spezialitäten zubereitet. Nach einem gemeinsamen Essen und dem Fußballrückspiel, das die Deutschen mit 3:2 für sich entschieden, wurden wir in der Turnhalle noch mit einer kleinen Feier verabschiedet. Am Morgen des 13.05. ging es schließlich zurück in die Heimat.

Wieder zurück in Marktoberdorf, waren sich alle einig, dass nun erst einmal eine Vielzahl an neuen Eindrücken verarbeitet werden muss. Viele Eltern bedankten sich dafür, dass die Schule diesen Austausch möglich gemacht hat. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler werden diese beiden Wochen wohl  immer als einen Höhepunkt ihrer Schulzeit in Erinnerung behalten. Ziel dieses Austausches ist nicht nur die Förderung der Sprach- und Sozialkompetenz, sondern auch das gemeinsame Erleben, das sicher der beste Schutz gegen jede Art von Vorurteilen ist.

„Wenn sich die Menschen zweier Länder verstehen, dann ist es egal, wenn sich die Politiker nicht verstehen“. Diese Worte gab der Marktoberdorfer Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell den Schülern nach dem Empfang im Rathaus noch mit auf den Weg. Gerade um das bessere Verständnis untereinander zu fördern, wäre es wichtig, dass dieser Austausch auch in Zukunft ein wichtiger Bestandteil unseres Schullebens bleibt. Ein Rückfall Europas in alte Reflexe, Nationalismus und Populismus wäre einer zukunftsorientierten Entwicklung mit Sicherheit nicht förderlich.

Ganz zum Schluss noch ein großes Dankeschön an meine Kolleginnen Helga Krebs und Christine Löchle. Von ihrer Erfahrung, ihrer Arbeit und ihrer sehr tatkräftigen Unterstützung habe ich bei der Organisation des Austausches sehr profitiert. Besonders hervorzuheben ist auch die herzliche Gastfreundschaft unserer ungarischen Kolleginnen, die eine Woche lang sehr um unser Wohlergehen bemüht waren und sogar den Sonderwunsch eines hoffnungslos fußballverrückten Kollegen erfüllt haben.

                                                                                                                                          Stefan Aulinger / Klasse 07aM

 Schuljahr 2015/16


 Schuljahr 2013/14